Deutschland am Hindukusch

Denn sie wissen nicht genau, was sie tun…

In letzter Zeit war ja wieder viel die Rede von den gefälschten Wahlen in Afghanistan, mit deren Hilfe sich der amtierende Präsident Hamid Karzai an der Macht halten konnte. Wenn man angesichts der überbordenden Präsenz ausländischer Militärs und dem zersetzenden Einfluss von Warlords und Drogenbaronen überhaupt von der Macht Hamid Karzais sprechen kann. Zu diesem Thema sei hier noch einmal an eine interessante Phoenix Runde vom 01. April dieses Jahres erinnert. Zum einen bietet sie einige interessante Statements der beteiligten Diskutanten zu diesen Wahlen – damals stand man selbstverständlich noch vor diesen Wahlen und äußerte sich daher prognostisch.

Zum anderen ging es um die immer interessante Frage, was ausländische Truppen – speziell die Bundeswehr – in jenem fernen Land überhaupt zu suchen haben. Hier bot sich den Zuschauern ein an Peinlichkeit nicht zu überbietender Wortwechsel zwischen dem SPD-Abgeordneten Gerd Weisskirchen, dem Afghanen Kazan Gul sowie dem Kenner Peter Scholl-Latour. Kazan Gul stellte Weisskirchen eine ganz einfache Frage. Was sich der Abgeordnete daraufhin zurechtstammelte sorgte nicht nur für einen (gespielten aber sehenswerten) Wutausbruch Scholl-Latours, sondern wirft auch ein schlechtes Licht auf die deutschen Volksvertreter, und zeigt wie schlecht sie sich in den Fallstricken internationaler Diplomatie noch zurecht finden, obwohl sie dafür auserkoren sind, Militäreinsätze zu befehlen. Immerhin war Weisskirchen im April 2009 seit zehn Jahren außenpolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion. Er hätte die Situation in der Phoenix Runde durch entwaffnende Ehrlichkeit auf dem Teppich halten können: Wir (die Bundesrepublik) haben uns aus Bündnis-Loyalität mit den USA in Afghanistan militärisch engagiert und das war aus heutiger Sicht und aus menschenrechtlicher Sicht und aus völkerrechtlicher Sicht ein Fehler.

Kazan Gul (Afghanischer Aufbau):
Herr Weisskirchen […] was hat die Bundeswehr gezwungen Soldaten nach Afghanistan zu schicken?

Gerd Weisskirchen, SPD:
Ganz einfach. [sic!] Sie werden sich erinnern, im September 2001, was geschehen ist. Und in Afghanistan… gab es aus Afghanistan ausgehend, in Verknüpfung mit Hamburg und anderen Regionen und Städten dieser Erde … gab es einen Angriff auf das World Trade Center. Das war der Anfangspunkt und seither…

Aber sehen Sie selbst (besagte Szene ca. ab min 06:40):

 

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