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Zum neuen Jahr: ein Hinweis auf das, worauf wir im nächsten Jahr achten sollten und darauf, was im nächsten Jahr wahrscheinlich auf uns zu kommt.

Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler spricht in diesem nicht ganz neuen Interview von einer ausbleibenden Revolution. Dennoch sei „eine ganz tiefe Unruhe, ein ganz tiefer innerer Bruch da, bei den Menschen des Westens, mit dieser kannibalischen Weltordnung, die beherrscht wird vom Banken-Banditismus. Und eines Tages wird es den Aufstand des Gewissens geben.“

Ziegler ist eine der relativ wenigen ebenso unbeugsamen wie unliebsamen, ebenso international vernetzten wie unbestechlichen Stimmen, deren Gewicht ausreicht um in den korporativen Medien gebracht zu werden. Leider nur nachts…

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Mit seiner neuen Publikation „Der Hass auf den Westen“ liefert der Schweizer Soziologe Jean Ziegler ein herrlich unaufgeregtes, nüchtern-objektives und dennoch von der Betroffenheit des reisenden Beobachters zeugendes Dossier über die Peripherie des westlichen Reichtums, welche zugleich das Herz der südlichen Armut ist, und über den Hass, den dieses tief in der Weltgeschichte verwurzelte janusköpfige Dilemma bei den Benachteiligten in aller Welt erzeugt.

Ohne je Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit der beschriebenen Phänomene zu behaupten, und ohne etwa deren Erkenntnis durch viele neue Daten oder Fakten zu unterfüttern, brilliert Ziegler vielmehr in der Rolle des historisch bewanderten Reiseschriftstellers bzw. Reisejournalisten. Sein Blick beim Gang durch die Kellergewölbe der Armut und Unterdrückung gerät an keiner Stelle unangemessen staunend, sein Blick auf den mühsamen Weg der unterdrückten Völker nach oben – ans Licht – gerät an keiner Stelle unangemessen naiv. Das gilt auch für einen Hauptteil, den fünften Teil seines Buches, der seinen Besuch im Bolivien des indigenen Präsidenten Evo Morales beschreibt.

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