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Human Rights Watch erhärtet Folterverdacht gegen britische Geheimdienste

Anschuldigungen gegen Großbritannien, im Terrorkampf an Folterungen eigener Staatsbürger in Pakistan beteiligt zu sein, sind nicht neu. Doch nun liegen der Öffentlichkeit erstmals in gebündelter und  während eines ganzen Jahres recherchierter Form die Zeugenaussagen Betroffener sowie ihrer Peiniger von den pakistanischen Geheimdiensten vor. In einem Punkt stimmen die Aussagen alle überein: die Briten wussten über die Methoden Bescheid.

In seinem jüngst veröffentlichten 46 Seiten langen Bericht liefert Human Rights Watch fundierte und detaillierte Hinweise auf mehrfache Beihilfe zur Folter an Terrorverdächtigen in pakistanischen Gefängnissen durch britische Behörden. Der Report mit dem Titel „Cruel Britannia“ – in Anlehnung an die berühmte inoffizielle englische Hymne „Rule, Britannia!“ – zitiert fünf britische Staatsangehörige mit pakistanischem Migrationshintergrund – davon vier namentlich und einen anonym -, die zwischen 2004 und 2007 von pakistanischen Sicherheitsbehörden in pakistanischen Gefängnissen gefoltert wurden, um Informationen über mögliche Verbindungen zu Terroristen zu erpressen. Obwohl in keinem der Fälle bisher die direkte Anwendung von Folter durch britische Geheimdienste nachgewiesen werden könne, belegten die Recherchen und Zeugenaussagen eindeutig deren Komplizenschaft.

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Im August diesen Jahres berichtete die New York Times von einem angeblichen mehrere Millionen Dollar schweren Deal zwischen der CIA und dem privaten Söldner-Unternehmen Xe Services (früher Blackwater), um Angehörige der al-Qaeda und andere Jihadisten unbehelligt von völkerrechtlichen Konventionen aufzuspüren und zu töten. [Zur Geschichte von Blackwater siehe unten] Die damals anonym zitierten Quellen aus Geheimdienskreisen berichteten, dass es zwar keine offiziellen Vereinbarungen und Dokumente gebe. Weil die CIA aber von Beginn des Anti-Terror-Kampfes an logistische Grenzen gestoßen war, sei der behördliche informelle Austausch mit privaten Söldnerfirmen zu Anti-Terror-Operationen im Schatten der amerikanischen Militärpräsenz in Irak bzw. im afghanisch-pakistanischen Grenzland sehr weit gediehen, bis in höchste offizielle Kreise hinein. Die Überlegungen gingen jedenfalls weit über „konspiratives Gekritzel auf Servietten in der Cafeteria“ hinaus.

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