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Schlagwort-Archive: Wirtschaftssystem

Zum neuen Jahr: ein Hinweis auf das, worauf wir im nächsten Jahr achten sollten und darauf, was im nächsten Jahr wahrscheinlich auf uns zu kommt.

Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler spricht in diesem nicht ganz neuen Interview von einer ausbleibenden Revolution. Dennoch sei „eine ganz tiefe Unruhe, ein ganz tiefer innerer Bruch da, bei den Menschen des Westens, mit dieser kannibalischen Weltordnung, die beherrscht wird vom Banken-Banditismus. Und eines Tages wird es den Aufstand des Gewissens geben.“

Ziegler ist eine der relativ wenigen ebenso unbeugsamen wie unliebsamen, ebenso international vernetzten wie unbestechlichen Stimmen, deren Gewicht ausreicht um in den korporativen Medien gebracht zu werden. Leider nur nachts…

Der britische Independent spricht vom „Goldman Sachs Project“ in einem Beitrag mit dem Titel What price the new democracy? Goldman Sachs conquers Europe.

Die Inthronisierung Mario Montis in Italien wird als Meisterstück der Strippenzieher dieses Projekts gesehen: undemokratisch und nicht durch Wahlen legitimiert, bereit zur Ausübung von Notstandsbefugnissen, mit einem einzelnen Goldman Sachs Berater als zugleich Ministerpräsident und Chef der wichtigsten Ministerien. Da dieses Gremium keinerlei demokratische Bindung mehr hat, wird man sehr genau auf die Legislative im Parlament und vor allem auf die Judikative schauen müssen, um ein Gespür zu erhalten, was in einem auf solche Art von technokratischen Oligarchen-Handpuppen gekaperten Land möglich ist und was nicht.

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Immer gewalttätigere Proteste der Bevölkerungen in New York, Athen, Rom, etc. – die Lage in Ländern mit so genannter „Schieflage“ heizt sich immer weiter auf. Die meisten anderen Länder weisen ebenfalls „Schieflagen“ auf, aber scheinbar ist die Finanzindustrie (noch) nicht groß genug um alle Länder gleichzeitig anzugreifen und nach ihren Vorstellungen umzumodeln. Deshalbt pickt sie sich die schwächsten heraus und übernimmt dort die Macht. Ganz offen, ohne viel Widerstand staatlicherseits und ziemlich professionell.

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Was auch immer der Klimagipfel in Kopenhagen bringen wird – an einem wird es sicher nicht mangeln: an politischen Absichtserklärungen und Manifesten. Es wird eine weitere Konferenz in einer endlosen Reihe von Konferenzen sein, die seit Jahren schon, ohne dies explizit einzugestehen, das Ende eines ganzen Zivilisationsmodells einläuten – das Ende des westlichen Modells.

Politische Manifeste – es ermangelt ihrer in der Geschichte der Menschheit gewiss nicht – sind immer ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bemühen sich die Verfasser um Klarheit in der Sache und Prägnanz in der Formulierung, damit auch jeder ihre Botschaft verstehe. Oft verzichten sie aber auch schon um der Eindringlichkeit oder der Wirkmächtigkeit ihrer Appelle willen auf wichtige Einzelheiten. Und in einer anderen Hinsicht sind Manifeste letztlich immer die pompösen interessengeleiteten Äußerungen von bestimmten Gruppen, und ihre Verfasser blenden daher regelmäßig missliebige Details aus und verschweigen Tatsachen, die zur Realität ihrer Sache eigentlich dazu gehörten.

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